In den Heiligtümern des Mithraskultes stellte die nach oben gerichtete Fackel den Sonnenaufgang dar, die nach unten gerichtete Fackel den Sonnenuntergang. Auch in vielen anderen vorchristlichen und vorislamischen Religionssystemen war die Fackel ein göttliches Attribut, so beispielsweise der syrischen Göttinnen Astarte und Anath oder der Persischen Anahita. In der christlichen Tugendlehre ist die Fackel ein Symbol für die Kardinaltugend Weisheit. Auf den Hebriden wurden Fackeln benutzt, um das Böse abzuwenden, solange ein Kind nicht getauft war: Eine Fackel wurde bis zur Taufe dreimal täglich um die Wiege getragen, um böse Geister zu vertreiben. Ab dem 17. Jahrhundert stand die Fackel - oft zusammen mit dem Buch - als Zeichen für die geistige Aufklärung: Die Freiheitsstatue in New York trägt eine Fackel und ein Buch zum Zeichen, dass die USA allen Bürgern freien Zugang zur Bildung und zum Erreichen von Wissen ermöglichen würden. Die Fackel ist in diesem Sinne der „sprechende“ Name einer von dem österreichischen Essayisten Karl Kraus editierten kulturpolitischen Zeitschrift der Zeit vor dem Nationalsozialismus.
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Zu den deutschen studentischen Bräuchen gehörte bis in die 1960er Jahre der Fackelzug zur Ehrung von - meist akademischen - Persönlichkeiten. Fackelumzüge sind jedoch in vielerlei Kulturen zu vielerlei Anlässen üblich, zum Beispiel bei der Walpurgisnacht. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde mit organisierten paramilitärischen Fackelumzügen die herkömmliche symbolische Bedeutung allerdings völlig umgedreht und ein Propaganda-Spektakel daraus gemacht. In der DDR wurden, beginnend mit einem Fackelzug am 6. Oktober 1949, dem Vorabend ihrer Gründung, regelmäßig Fackelzüge insbesondere der Jugend (FDJ und Thälmann-Pioniere) durchgeführt. Der letzte Fackelzug der FDJ war am 6. Oktober 1989. Die Olympische Fackel steht als Zeichen des Friedens und der Verbundenheit zwischen den Völkern. Quelle Wikipedia 2010