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Michelangelo Buonarroti

Michelangelo Buonarroti (* 6. März 1475 in Caprese (im Casentino - oberes Arnotal nördlich von Arezzo), Toskana; † 18. Februar 1564 in Rom), war ein italienischer Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter. Michelangelo (vollständiger Name: Michelagniolo di Ludovico di Buonarroto Simoni) ist einer der berühmtesten Künstler aller Zeiten und der bedeutendste Repräsentant der italienischen Hochrenaissance.

Gemälde der Cascina-Schlacht

Auch als Maler war Michelangelo zur selben Zeit keineswegs müssig. Wenn wir umstrittene Werke beiseite lassen, malte er in diesen Tagen für seinen und Raffaels gemeinsamen Patron Angelo Doni die Heilige Familie (Tondo Doni, Tempera auf Holz), die sich heute in den Uffizien befindet. Im Herbst 1504, dem Jahr der Vollendung des David, erhielt er vom Florentiner Staat einen Auftrag für ein Monumentalgemälde in heroischem Maßstab. Leonardo da Vinci war für einige Monate mit seinem großartigen Karton der Schlacht von Anghiari engagiert worden, der auf die Wände des großen Saals des Stadtrats gemalt werden sollte. Der Gonfaloniere Piero Soderini stellte nun für Michelangelo die Bestellung eines begleitenden Werks sicher.

Michelangelo wählte ein Ereignis in der Schlacht von Cascina während des Kriegs mit Pisa 1364, als die Florentiner Soldaten vom Feind während des Badens überrascht wurden. Er machte sich mit dem gewohnten Schwung an die Aufgabe und hatte einen großen Teil des Kartons bis zur Vollendung gebracht, als er Anfang des Frühjahrs 1505 die Arbeit abbrach, um eine Berufung nach Rom durch Papst Julius II. wahrzunehmen.

Sein unvollendeter Karton mit seiner Souveränität über die Vielfalt und die Kontraste der energischen und höchst bedeutsamen Handlung zeigt, wie sehr Michelangelo vom Vorbild seines älteren Rivalen Leonardo profitiert hatte. Das Werk von Michelangelos Jugend ist zum größten Teil vergleichsweise ruhig im Charakter. Seine frühe Bildhauerei, die einen Grad der Wissenschaft und Perfektion aufweist, der seit der Antike beispiellos war, hat auch etwas von der antiken Abgeklärtheit. Sie trägt deutlich den Stempel intellektueller Forschung, aber in keiner Weise den der Aufruhr oder Anstrengung. Auf dem Karton der Badenden fanden erstmals die Qualitäten Ausdruck, die später sprichwörtlich mit Michelangelo assoziiert wurden, seine furia und terribilità, die seine unvergleichliche technische Meisterschaft und sein Wissen begleiten. Mit Michelangelos Abreise nach Rom Anfang 1505 kann die erste Phase seiner Karriere als beendet gelten.

Julius-Skulptur in Bologna

Während des selben Sommers plante und führte Julius den siegreichen Feldzug durch, der in seinem widerstandslosen Einzug an der Spitze seiner Armee in Bologna endete. Michelangelo wurde schließlich überzeugt, sich unter sicherem Geleit und Versprechen erneuter Gunst dorthin zu begeben. Julius empfing den Künstler freundlich, denn in der Tat bestand zwischen den beiden vulkanischen Naturen eine natürliche Affinität. Er verlangte von ihm sein eigenes Bildnis in Bronze, das als Symbol seiner erobernden Autorität über dem Haupteingang der Kirche St. Petronius aufgesetzt werden sollte.

In den nächsten fünfzehn Monaten widmete Michelangelo seine ganze Kraft dieser neuen Aufgabe. Wie sich herausstellte, ließ ihm der gezahlte Preis kaum etwas zum Leben. Außerdem war er in der technischen Kunst der Metallbearbeitung unerfahren, und ein Assistent, den er aus Florenz hatte herbeirufen lassen, stellte sich als aufsässig heraus und musste entlassen werden. Nichtsdestotrotz setzte sich sein Genie gegen alle Widrigkeiten und Schwierigkeiten durch, und am 21. Februar 1508 wurde der majestätische Bronzekoloss des sitzenden Papstes mit Robe und Zepter, mit einer Hand die Schlüssel greifend und der anderen in einer Geste der Segnung und des Kommandos ausgestreckt, zu seinem Platz über dem Kirchenportal gehoben.

Kaum war die Sixtinische Kapelle vollendet, nahm Michelangelo die Arbeit an dem Marmor für Julius' Monument wieder auf. Aber nach nur vier Monaten starb Julius. Seine Erben gingen sofort (im Sommer 1513) einen neuen Vertrag mit Michelangelo für eine Ausführung des Monuments in kleinerem Maßstab ein. Wir wissen nicht, welches die genaue Natur und das Ausmaß der ursprünglichen Pläne war; nur, dass das Monument von der Wand losgelöst sein sollte und dass es viereckig und frei – etwas, was bis dahin in der Grabarchitektur der Renaissance unbekannt war – in einer der Kapellen von St. Peter stehen sollte. Aber der neue Plan war umfangreich und prachtvoll genug. Er sah eine große dreiseitige Struktur mit zwei Stockwerken vor, hervorstehend von der Kirchenwand, und an seinen drei freien Seiten mit Statuen dekoriert. Im oberen Stock sollte sich die kolossale liegende Figur des Papstes befinden, mit einer Vision der Jungfrau mit dem Kind über ihm, klagenden Engeln an den Seiten, und prophetischen und allegorischen Persönlichkeiten in den Ecken – insgesamt sechzehn Figuren. Der untere Stock sollte mit vierundzwanzig Figuren in Nischen und auf vorstehenden Sockeln bereichert werden: in den Nischen Sieger; vor den Endpilastern zwischen ihnen Sklaven oder Gefangene, die anscheinend entweder eroberte Provinzen oder Künste und Wissenschaften in Sklaverei nach dem Tod ihres Patrons symbolisieren.

1531 erkrankte Michelangelo schwer; 1532 hatte er einen längeren Aufenthalt in Rom und ging einen weiteren Vertrag für die Vollendung des Julius-Monuments ein, das jetzt auf eine noch kleinere Größe reduziert wurde und statt in St. Peter in der Kirche San Pietro in Vincoli plaziert werden sollte. Im Herbst 1534 verließ er endgültig Florenz. Was noch in der Medici-Kapelle fertigzustellen war, wurde von Schülern beendet, und die Kapelle wurde zum Schluss erst 1545 zur Betrachtung geöffnet. Die Statuen für das Medici-Monument nehmen neben dem Moses und den Sklaven ihren Rang als die besten Werke aus Michelangelos mittlerer Periode der Bildhauerei ein. Sie bestehen aus einer Madonna mit Kind und zwei berühmten monumentalen Gruppen, beide bestehend aus einer sitzenden Porträt-Statue in einer Nische mit zwei emblematischen Figuren, die an jeder Seite eines Sarkophags unterhalb lehnen. Die unvollendete Madonna mit Kind kombiniert auf erstaunliche Weise die verschiedenartigen Qualitäten eines realistischen Motivs und natürlicher Lebhaftigkeit mit gelehrter Komplexität des Designs und imposanter Majestät der Wirkung. Sie wurde schließlich – keinesfalls in Übereinstimmung mit der anfänglichen Absicht des Künstlers – gegen eine leere Wand der Kapelle aufgestellt und mit großem Abstand von Statuen der Heiligen Cosmo und Damian flankiert, Werken von Schülern.

Michelangelos offensichtliche und fundamentale Idee war, nach einigen Worten seiner eigenen Aufzeichnungen, die Elemente und Mächte von Erde und Himmel zu zeigen, wie sie den Tod der Fürsten beklagen. Flussgötter sollten auf der breiten Basis am Fuß der Monumente liegen. Auch diese fehlen. Sie wurden nie vollendet, aber ein Bronzeabdruck eines von ihnen sowie der Torso eines großen Modells sind identifiziert worden und im Nationalmuseum bzw. in der Akademie in Florenz zu sehen.

Michelangelo hatte beabsichtigt, entsprechend dem neuen Vertrag von 1532 all seine Kräfte der Fertigstellung des Julianischen Monuments zu widmen, sobald er von seiner Aufgabe an den Medici-Grabmälern freikommen würde. Aber seine Absicht wurde wiederum enttäuscht. Papst Klemens bestand darauf, dass er seine Dekorationen der Sixtinischen Kapelle vervollständigen müsse, indem er die große Frontwand über dem Altar neu bemale, die bis dahin mit Fresken von Perugino ausgeschmückt war. Das gewählte Thema war das Jüngste Gericht, und Michelangelo begann Entwürfe vorzubereiten. Im Herbst 1534, in seinem sechzigsten Jahr, ließ er sich endgültig und für den Rest seines Lebens in Rom nieder. Unmittelbar darauf starb Klemens und wurde von einem Farnese unter dem Titel Paul III. gefolgt.

Mehr noch als sein Vorgänger beanspruchte Paul die Hauptdienste Michelangelos für sich und zwang ihn, alle anderen Engagements aufzuschieben. In den ersten sieben Jahren nach der Rückkehr des Künstlers nach Rom war seine Zeit im wesentlichen mit der Malerei des kolossalen Jüngsten Gerichts ausgefüllt. Nachdem dieses 1541 vollendet war, wurde er anschließend genötigt, zwei weitere große Fresken zu übernehmen – eines über die Konversion des Paulus und eines über das Martyrium des Petrus – in einer neuen Kapelle, die der Papst im Vatikan hatte bauen lassen, und die nach ihm Capella Paolina genannt wurde. Das Fresko des Jüngsten Gerichts in der Sixtinischen Kapelle ist eines der berühmtesten Einzelbilder der Welt. Darin zeigt Michelangelo mehr als jemals die Allmacht seiner künstlerischen Wissenschaft und die Kühnheit seiner Konzeptionen. Aber das Werk ist in den Qualitäten der Farbe und im dekorativen Effekt kaum vergleichbar mit den früheren und weit prächtiger inspirierten Fresken der Decke. Die Fresken der Paulinischen Kapelle ihrerseits sind so beschädigt, dass sie kaum nützlichen Studien oder Kritik zugänglich sind.


 (Quelle: Wikipedia) 2006

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