Körperliche Leiden
Ludwig van Beethovens körperliche Leidensgeschichte beschäftigt Wissenschaftler bis heute.
Analysen, die das US-amerikanische Argonne National Laboratory in Chicago Anfang Dezember 2005 veröffentlicht hat, bestätigen, dass er von Jugend an unter einer schweren Bleivergiftung litt. Das Labor durchleuchtete einen der kürzlich von kalifornischen Wissenschaftlern identifizierten Schädelknochen Beethovens mit einem modernen Röntgengerät. Anschließend verglich es die Werte mit einem fremden Schädelfragment aus der damaligen Zeit. Demnach litt der große deutsche Komponist wahrscheinlich schon vor seinem 20. Lebensjahr unter dem giftigen Einfluss von Blei.
Historischen Berichten zufolge traten in diesem Alter bei Beethoven Veränderungen seiner Persönlichkeit zutage. Gleichzeitig begann der junge Beethoven, über Magen- und Darmbeschwerden zu klagen.
Nicht klar ist dagegen, ob auch der Verlust von Beethovens Gehör auf die erhöhten Bleiwerte zurückzuführen ist. Mit etwa 30 Jahren machten sich bei ihm erste Anzeichen einer Otosklerose bemerkbar, die sich unaufhaltsam verschlimmerte. Um sein dadurch schlechter werdendes Hörvermögen auszugleichen, ließ er sein Klavier mit bis zu 4 Saiten bespannen. Bis zum Jahre 1819 war Beethoven völlig ertaubt, so dass er selbst keine Konzerte mehr geben und auch nicht mehr dirigieren konnte. Gespräche führte er mit so genannten „Konversationsheften“, was ziemlich mühselig war.
Während eines Kuraufenthalts 1802, der ihn wieder optimistischer gemacht hatte, schrieb er an einen Freund die Zeilen:
„Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen, ganz niederbeugen soll es mich gewiss nicht“
und komponierte die geradezu von Lebensfreude und Heiterkeit überströmende 2. Sinfonie in D-Dur, deren Erfolg aber nur mäßig war. Als seine Schwerhörigkeit, verbunden mit quälenden Ohrgeräuschen, doch wieder schlimmer wurde, schrieb er verzweifelt sein „Heiligenstädter Testament“.
Quelle Wikipedia 2006
weiter...