In Europa entwickelten sich wahre Rituale um die Engel mit der Etablierung des Christentums. Die Engelverehrung ging zeitweise so weit, dass die Kirche diese Entwicklung bremste. Es durften einige Zeit vor Christus Geburt nur noch die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael beim Namen genannt werden, da ihre Namen auch in der Bibel standen. Doch eines blieb unverändert über die Jahrtausende hinweg: Für das "einfache Volk" durfte der "Schutzengel" als einziger Engel weiterhin seine Aufgaben erfüllen. Natürlich hatten die Geistlichen Anspruch auf mehrere Engel. Eine heftige Auseinandersetzung begann im 6. Jahrhundert nach Christus, als Maler begannen, Engel nach ihren Vorstellungen auf ihre Leinwände zu bringen, Bildhauer zum Teil riesige Statuen aus den Steinen meiselten, Sänger Lieder über Engel sangen und Dichter ihnen Gedichte widmeten. Die Kirche reagierte wieder mit der Verbannung von Namen verschiedenster Engel aus ihren Ritualen, man befürchtete mehr denn je, dass der Glaube an Gott so untergraben werde. Auch der Teufel soll einmal ein Engel gewesen sein. Ab dem 12. Jahrhundert erlebten die Engel ihre weltweite "Auferstehung". Und wieder waren es Künstler, die die Engel ins Bewusstsein der Menschen brachten. Doch nun wurden sie als das Werkzeug Gottes dargestellt, ohne die sich nichts Göttliches bewegte. Sie wurden nun zum Verbindungsglied zwischen Gott und den Menschen. Mit dieser Interpretation konnte auch der Klerus leben...
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