"Neue Bahnen" - Unter dieser Überschrift erschien am 25. Oktober 1853 in der von Robert Schumann gegründeten und in Leipzig erscheinenden "Neuen Zeitschrift für Musik" der erste Artikel über Johannes Brahms, den Schumann persönlich verfasst hatte:
"(…) Und er ist gekommen, ein junges Blut, an dessen Wiege Grazien und Helden Wache hielten. Er heißt Johannes Brahms, kam von Hamburg, dort in dunkler Stille schaffend, aber von einem trefflichen und begeistert zutragenden Lehrer gebildet in schwierigen Setzungen der Kunst, mir kurz vorher von einem verehrten bekannten Meister empfohlen. Er trug, auch im Äußeren, alle Anzeichen an sich, die uns ankündigen: Das ist ein Berufener.(…).
Schumann verwendete sich für Brahms auch bei Breitkopf & Härtel mit dem Anliegen, der Verlag möge doch einige von Brahms' Werken publizieren. Sein persönliches Engagement für Brahms machte den 20-Jährigen in Deutschland sozusagen über Nacht berühmt. Viele Musikinteressierte wollten von ihm hören, seine Noten sehen, mehr über das Talent wissen. Brahms machte dies Angst, in Briefen an Schumann drückte er seine Befürchtung aus, den Maßstäben der Öffentlichkeit nicht genügen zu können, verbrannte sogar in einem Anfall überzogener Selbstkritik einige seiner Werke.
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