Händels Vater Georg (1622-1697) war Barbier und Wundarzt und hielt eine Stelle als Hofchirurg beim Herzog von Sachsen-Weißenfels, so dass die Familie Kontakt mit dem ca. 30 km entfernt residierenden Hof hatte. Als Georg Händels erste Frau 1682 starb, heiratete er kurze Zeit später die 32jährige Dorothea Taust (1651-1730), Tochter eines Pfarrers. Das erste Kind aus dieser zweiten Ehe starb 1684 bei der Geburt, nach Georg Friedrich folgten noch zwei Schwestern Dorothea Sophia (1697-1718) und Johanna Christina (1690-1709), mit denen und mit deren Kindern Händel zeitlebens Kontakt hielt.
Die einzige Quelle für Händels Jugend ist John Mainwarings 1760 veröffentlichte Biographie, die auf Mitteilungen von Händels langjährigem Assistenten John Christopher Smith jun. basiert. Danach nahm ihn sein Vater, noch bevor er acht war, auf Besuch zu einem Sohn aus seiner ersten Ehe, der Kammerdiener in Weißenfels war. Nachdem er lange genug gebettelt hatte, durfte der Junge mit auf die Reise. So machte er Bekanntschaft mit den Hofmusikern und spielte auf der Orgel, als es der Herzog zufällig mitbekommen musste. Dieser erkannte sofort sein Talent und sprach ernsthaft mit dem Vater, der seinen Argumenten nachgeben musste, obwohl er sich selbst nicht für Musik interessierte. Nach der Rückkehr nach Halle wurde Händel ein Schüler von Friedrich Wilhelm Zachow (oder Zachau), dem Organisten der Liebfrauenkirche. Von ihm bekam er Unterricht in Komposition, auf Tasteninstrumenten sowie Oboe und Violine. Sein Lehrer ließ ihn auch eine enorme Menge an Vokalmusik schreiben, und er musste jede Woche eine Motette komponieren. Gemäß Mainwaring wurde Händel mit zwölf an den Hof in Berlin geschickt, wo er großen Eindruck hinterlassen habe. Der brandenburgische Kurfürst (später König Friedrich I. von Preußen) habe angeboten, den Jungen nach Italien zu schicken und anschließend am Hof in Berlin anzustellen. Verschiedene Fakten in dieser Geschichte sind jedoch nachweislich falsch, so dass dieser Besuch in Berlin möglicherweise einige Jahre später stattgefunden hat, nachdem Händels Vater 1697 gestorben war. Händel führte jedenfalls seine Schul- und musikalische Ausbildung bis zum Ende fort und besuchte ab 1702 die neugegründete Universität in Halle, um Rechtswissenschaft zu studieren. Im gleichen Jahr übernahm er jedoch den Organistenposten am Dom.
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