Dennoch war die Nietzsche-Rezeption zu Beginn des 20. Jahrhunderts vielfältig. Von der poetischen Sprache in Also sprach Zarathustra waren von Anfang an vor allem Künstler tief beeindruckt; sehr bekannt ist Richard Strauss' gleichnamige Komposition. Weitere Bewunderer Nietzsches waren Hans Olde, Henry van de Velde und Edvard Munch; in der Literatur übte er einen großen Einfluss unter anderem auf Rainer Maria Rilke, Hugo von Hofmannsthal, Heinrich Mann, Thomas Mann, Hermann Hesse, Gottfried Benn, Gabriele D'Annunzio und Georges Bataille aus. Insbesondere galt Nietzsche als Wegbereiter der Expressionisten.
Darüber hinaus wirkten Teile der Philosophie Nietzsches auf viele Geistes- und Sozialwissenschaftler, so zum Beispiel in der Philosophie auf Martin Heidegger, Karl Jaspers, Karl Löwith und Theodor Lessing, in der Soziologie auf Ferdinand Tönnies (der sich freilich schon 1897 gegen den Nietzsche-Kultus wandte) und Max Weber, in der Geschichtstheorie auf Oswald Spengler und in der Tiefenpsychologie (Psychoanalyse) auf Sigmund Freud - der sich angeblich das weitere Lesen von Nietzsches Büchern verbot, um die darin enthaltenen Erkenntnisse selbst zu gewinnen, und über Nietzsche sagte, er habe eine größere Selbsterkenntnis gehabt, als je ein Mensch vor oder nach ihm - und Carl Gustav Jung. Auch die kritische Theorie um Theodor W. Adorno und Max Horkheimer interpretierte Teile von Nietzsches Werk.